Versteckte Werbung – versteckte Gefahren?

__Online-Werbung entwickelt sich rasant, permanent entstehen neue Werbetrends und Innovationen. Gleichzeitig sind Kinder und Jugendliche beim Kontakt mit Werbeinhalten meist auf sich allein gestellt. Das bietet viel Spielraum für Risiken und Fallstricke, die Kinder auf den ersten Blick oft nur schwer wahrnehmen können.__
So ist die Möglichkeit, im Netz auf eine direkte Ansprache auch direkt zu reagieren, besonders verlockend. Mit einem Klick auf ein Banner, auf ein Gewinnspiel oder Ähnliches landen sie unter Umständen schnell bei nicht kindgerechten Inhalten, geben unüberlegt ihre Daten preis oder gelangen zu kostenpflichtigen Angeboten. Vom eigentlichen Grund, im Netz unterwegs zu sein, etwa zur Recherche, kann Werbung schnell ablenken. Nutzen Kinder jedoch spezielle Kindersuchmaschinen, können sie diese Gefahr wirkungsvoll umgehen. ### Versteckte Werbung in Spielen und Social Media Werbung findet sich auch oft geschickt versteckt – und für Kinder kaum zu erkennen – in Online-Spielen oder Spiele-Apps, aber auch außerhalb des Internets in Form von Merchandising, Lizenzprodukten oder Product Placement. Insbesondere Letzteres funktioniert, weil Kinder kaum in der Lage sind, den Unterschied zu redaktionellen Inhalten zu erkennen, sei es in Kinderzeitschriften und -sendungen oder im Internet. Ein Beispiel dafür sind Werbekooperationen von Influencern auf TikTok, YouTube und Co.: Auch wenn hier der Versuch der Einflussnahme für Erwachsene offensichtlich ist, genießen die medialen Vorbilder bei Kindern meist uneingeschränkte Glaubwürdigkeit. Hier geht es ebenfalls oft nicht nur um kurzfristige Konsumentscheidungen, sondern auch um nachhaltige Auswirkungen, beispielsweise beim Thema ungesunde Lebensmittel. Die Organisation „Foodwatch“ ordnet solche Internetstars inzwischen in die Kategorie „Junkfluencer“ ein. Werbung kann aber auch Erwachsene – und Kinder umso leichter – mit vermeintlich positiven Eigenschaften von Marken und Produkten zu irreführenden Einschätzungen führen. Dies gilt vor allem für positiv besetzte Attribute wie „klimafreundlich“, „umweltschonend“ oder „nachhaltig“. Hier gilt es genau zu prüfen, ob es sich um Tatsachen handelt oder lediglich um sogenanntes „Greenwashing“. Solchen Aussagen aus Werbung und PR auf den Grund zu gehen, schult den kritischen Blick der Kinder und ihr Urteilsvermögen in ihrem Umgang mit Medien in jeder Hinsicht.
Quellen
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Kinder und Onlinewerbung. Ein Ratgeber für Eltern. 2. Aufl. 2014. URL: https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/Zusammenfassung_LfM__Kinder_und_Onlinewerbung.pdf (abgerufen am 03.03.2021) https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2019/11/22/studie-werbung-verdoppelt-fast-food-konsum-bei-kindern/ (abgerufen am 25.02.2021) https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2021/junkfluencer-so-koedern-mcdonalds-coca-cola-co-kinder-in-sozialen-medien/ (abgerufen am 26.02.2021) https://fsf.de/data/hefte/pdf/Veranstaltungen/tv_impuls/2007_Werbung/rosenstock.pdf (abgerufen am 25.02.2021) Schnerring, A; Verlan, S: Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees. 2. Aufl. München: Kunstmann, 2014.
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