Positive Aspekte und Chancen

__Trotz aller Risiken und Gefahren, die Werbung mit sich bringt, bietet sie auch etliche Chancen und positive Aspekte für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in einem zunehmend komplexer und digitaler werdenden Umfeld.__
Werbung hat zudem einen wichtigen Informationscharakter und kann schon Kindern Orientierung geben. Dazu tragen etwa anerkannte Siegel für Bioprodukte und andere Kennzeichnungen bei, zum Beispiel von veganen, glutenfreien, energieeffizienten oder mikroplastikfreien Produkten. Die Informationen stehen meistens direkt auf der Verpackung, werden aber auch über die klassische und die Online-Werbung transportiert. Auch neue Produktvariationen und Innovationen lassen sich so erkennen. Mit diesen Informationen geht die aktive Auseinandersetzung der Kinder mit ihrer Umwelt einher, denn die Aussagen werfen möglicherweise Fragen auf: - Was hat es überhaupt mit Mikroplastik auf sich? - Was ist Klimaschutz, und wie kann er funktionieren? - Möchte ich selbst aktiv werden? ### Aufklärung und nichtkommerzielle Werbung Durch Werbung mit aufklärendem Charakter haben außerdem nicht-kommerzielle Organisationen die Chance, auf gesellschaftlich relevante Themen wie etwa Gesundheit, Naturschutz oder Diversität aufmerksam zu machen. Werbung kann auf diese Weise Bewusstsein schaffen und Anlass für Diskussionen in unterschiedlichen sozialen Gefügen geben – gerade auch mit Kindern. Dies gilt im Übrigen auch für Werbung, die negativ auffällt und so zur Reflexion anregen kann. ### Wie funktioniert Werbung? Warum wirkt eine Werbekampagne gut, warum eine andere nicht? Wenn Kinder sich mit solchen Fragen auseinandersetzen, lernen sie, wie Werbung funktioniert. Dieses Wissen schärft ihr Urteilsvermögen. Und nicht nur das: Sie können es auch für eigene Anliegen anwenden, sei es im persönlichen Rahmen oder für die Gemeinschaft. Ein Spendenlauf für eine Partnerschule oder ein Flohmarkt für die Klassenkasse sind Aktionen, für die Kinder selbst Werbekampagnen entwerfen und durchführen können. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. ### Sprachverständnis und ästhetisches Empfinden schulen - mit Werbung?! Werbung schult zudem das ästhetische Empfinden. Welche Werbung gefällt mir? Welche stößt mich ab? Und warum? Wo will Werbung vielleicht gezielt provozieren? Durch die Beschäftigung mit solchen und ähnlichen Fragen lernen Kinder viel über verschiedene Stilmittel. Gute Slogans, Wortspiele, absichtliche grammatikalische Fehler können ihr Sprachverständnis erweitern. Der Aufbau eines Werbespots greift oft auf den einer klassischen Erzählung zurück – Kinder können hier das „Storytelling“ entdecken. Darüber hinaus vermittelt Werbung Eindrücke und Ideen, welche Möglichkeiten Stunts und Computeranimationen bieten. ### Kostenlose Angebote und Unterhaltung Werbung ermöglicht eine kostenlose Angebotsvielfalt – auch für Kinder. Youtube, TikTok und andere soziale Plattformen, viele Online-Spiele und Apps, ebenso Privatfernsehen und kostenlose Kinderzeitschriften sind werbefinanziert und wären werbefrei nicht verfügbar. Nicht zuletzt können Kinder – wie Erwachsene auch – einfach die Freude an einem gut gestalteten Plakat, einem unterhaltsamen Spot oder einem witzigen Online-Spiel genießen.
Quellen
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Kinder und Onlinewerbung. Ein Ratgeber für Eltern. 2. Aufl. 2014. URL: https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/Zusammenfassung_LfM__Kinder_und_Onlinewerbung.pdf (abgerufen am 03.03.2021) https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2019/11/22/studie-werbung-verdoppelt-fast-food-konsum-bei-kindern/ (abgerufen am 25.02.2021) https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2021/junkfluencer-so-koedern-mcdonalds-coca-cola-co-kinder-in-sozialen-medien/ (abgerufen am 26.02.2021) https://fsf.de/data/hefte/pdf/Veranstaltungen/tv_impuls/2007_Werbung/rosenstock.pdf (abgerufen am 25.02.2021) Schnerring, A; Verlan, S: Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees. 2. Aufl. München: Kunstmann, 2014.
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