Stressbewältigung in der Schule: Was kann sie bewirken?

__Der Erwartungs- und Leistungsdruck auf Heranwachsende ist enorm. Die Schule kann dabei eine wesentliche Rolle als Stressor spielen – sie kann aber ebenso der Ort sein, an dem Prävention und Bewältigung von Stress erlernt und eingeübt wird. Wie und in welchen Bereichen kann sich die gezielte schulische Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Stresserleben auswirken?__
### Schule als Bündnispartner gegen den Stress Schon Kinder im Grundschulalter sind von Stresssymptomen betroffen. Doch gerade in jüngeren Altersgruppen haben sie kaum Vorstellungen, wodurch ihr Stresserleben ausgelöst wird. Ebenso bestehen wenig Kenntnisse zu Bewältigungsstrategien: In einer Studie nahm ein Viertel der befragten Kinder an, nichts gegen Stress unternehmen zu können. Eine der aktuellen Kernaufgaben von Schule ist also, Heranwachsenden effektive Werkzeuge im Umgang mit Stresssituationen an die Hand zu geben – und sie damit zu befähigen, kompetent dem eigenen Stress entgegenzuwirken. ### Stressreduzierte Schule – entspannteres Lernen Stressbewältigung und -prävention in der Schule hat zum Ziel, Schülern altersgerechte Kompetenzen zu vermitteln. Sie lernen dabei, ihre persönlichen Stressoren zu erkennen und ihre Stresswahrnehmung zu sensibilisieren. Zusätzlich erwerben sie Wissen im Umgang mit Stress und erproben Techniken, Skills und Strategien. Das ist im Rahmen des Unterrichts, im weitergefassten schulischen Kontext oder gezielt mit speziellen Programmen zur [Stressprävention](https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/praevention-und-frueherkennung/tk-gesundheitskurse/bleib-locker-2010308 "Bleib locker! Stressbewältigung") beziehungsweise zur [Stressbewältigung](https://www.tk.de/lebenswelten/gesundheit-foerdern/gesunde-schule/snake-stressbewaeltigungstraining-fuer-jugendliche-2010446 "SNAKE - Stressbewältigung für Jugendliche") möglich. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Vorbildfunktion von Lehrern, Erziehern und anderen erwachsenen Bezugspersonen im Umgang mit Stress. Wenn auch die personellen, strukturellen und formalen Rahmenbedingungen für eine stressreduzierte Atmosphäre und Umgebung gegeben sind, kann sich ein entspannteres Lern- und Arbeitsklima entwickeln – mit der Folge von nachhaltigerem und letztlich erfolgreicherem Lernen. ### Soziale Kompetenzen fördern, Verantwortung stärken Mit dem gezielten Fördern sozialer und emotionaler Kompetenzen werden Voraussetzungen für die Heranwachsenden geschaffen, allmählich Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und in Abgrenzung zur Fremdverantwortung auszudifferenzieren. Sie lernen, ihre Ressourcen im Abgleich mit den jeweiligen Herausforderungen einzuschätzen und somit ihr Stresserleben eigenständig zu regulieren. Diese Fähigkeiten erstrecken sich auch auf eine bewusste und bedarfsgerechte Mediennutzung. ### Lebenskompetenz stärken Die aktive Förderung von Stressprävention und -bewältigung bewirkt aber nicht nur die deutliche Ausprägung unterschiedlichster Befähigungen und Kompetenzen. Im weiteren Sinn geht es dabei auch um die Ausbildung eines stabilen und gesunden Selbstwerts bei den Heranwachsenden. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine eigenverantwortliche und souveräne Lebensführung.
Quellen
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. Lernen und Gesundheit - daas Schulportal der DGUV. URL: https://www.dguv-lug.de/sekundarstufe-ii/stresskompetenz-arbeitsorganisation/umgang-mit-schulstress/ (abgerufen am 09.04.2020). Lohhaus, A.: Gesundheit und Krankheit aus der Sicht von Kindern. Göttingen: Hogrefe 1990. Techniker Krankenkasse: Bleib locker. Ein Stresspräventionstraining für Kinder im Grundschulalter. Kursleitermanual. 1. Aufl. 2018. Techniker Krankenkasse: SNAKE – ein Stressbewältigungstraining für Jugendliche. Kursleitermanual. 2. Aufl. 2018.
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