Lebensmittel richtig einkaufen

__Das heutige Überangebot an Lebensmitteln und die zunehmende industrielle Verarbeitung der Produkte machen die richtige Auswahl beim Einkauf schwierig. Worauf genau sollte man achten?__
Die Qualität der Nahrungsmittel sollte beim Einkaufen stets über der Quantität stehen. Denn man sollte nur so viel essen, wie der Körper tatsächlich benötigt, um seine Funktionen aufrechtzuerhalten. Dafür sollte man lieber hochwertigere Lebensmittel wählen statt industriell verarbeitete Produkte. Und genau das ist gesund. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt auf regionale und saisonale frische Lebensmittel zurückzugreifen. Dabei sind nach ökologischen Standards erzeugte Lebensmittel in der Regel das Optimum. Für viele Eltern ist es allerdings schwer, nach diesen Vorgaben einzukaufen. Nicht zuletzt, weil es zu Kritik und Diskussionen vonseiten der Kinder führen kann. Sie ziehen nämlich häufig Fertigprodukte einer frisch zubereiteten Mahlzeit vor. Darüber hinaus herrscht leider oft noch die Meinung vor, dass gesundes und frisches Essen teurer und somit nicht für alle erschwinglich ist. Auch wird häufig angegeben, dass im hektischen Alltag nicht genügend Zeit für die Zubereitung von Mahlzeiten zur Verfügung steht. Entgegen der landläufigen Meinung sind frische Lebensmittel allerdings teilweise sogar preiswerter als ungesunde Fertigprodukte oder Fast Food. So haben Verbraucherzentralen ermittelt, dass Fertiggerichte bis zu sechs mal so teurer wie selbst zubereitete Speisen mit frischen Zutaten sein können. Allerdings sind Bioprodukte in der Regel immer etwas teurer als konventionell erzeugte Lebensmittel. ### Etiketten richtig lesen – was sollte man bei Zuckerangaben beachten? Neben der Kalorienangabe ist besonders die Menge des zugesetzten Zuckers eine wichtige Information. In der Nährwerttabelle findet man die Zuckermenge direkt unterhalb der Zeile, in der der Kohlenhydratgehalt angeben ist (dort steht „davon Zucker“). Darunter fallen definitionsgemäß alle Einfach- und Zweifachzucker, also die *Mono- und Disaccharide*. Auch Fruchtzucker (*Fruktose*, ein *Disaccharid*) zählt also mit in diese Gesamtmenge hinein. Bei einem Milchprodukt kann dieser Zucker auch natürlicher Milchzucker (*Laktose*, ebenfalls ein *Disaccharid*) sein. Mehrfachzucker (*Polysaccharide*) wie *Oligofruktose*, *Fruktose-Glukose*-Sirup oder *Maltodextrin* müssen hier also nicht angegeben werden, obwohl sie zum Süßen eines Produkts eingesetzt werden. __Also: Ein Lebensmittel kann mehr Zucker enthalten, als die Nährwerttabelle uns glauben lässt.__ Da hilft ein Blick auf die Liste der Zutaten. Dort müssen Hersteller alles aufführen, was in dem Lebensmittel steckt, auch alle einzelnen Zuckerarten. Dabei müssen sie aber nicht angeben, wie viel von welcher Zutat verwendet wurde. Allerdings muss die Reihenfolge nach den jeweiligen Gewichtsanteilen eingehalten werden. Das bedeutet, dass die Zutat mit dem größten Anteil immer als Erstes genannt werden muss. Anhand dieser Liste lässt sich gut erkennen, ob ein Lebensmittel stark zuckerhaltig ist. Das ist also dann der Fall, wenn Zucker bereits an zweiter Stelle aufgeführt ist – so wie bei Limonaden (1. Wasser, 2. Zucker et cetera). Allerdings gibt es hier einen legalen Trick der Hersteller: Beispielsweise *Glukosesirup*, ein aus Stärke gewonnener, eingedickter Saft, der vor allem das *Monosaccharid Glukose* enthält, ist definitionsgemäß „Zucker“. Laut europäischer Lebensmittel-Informationsverordnung allerdings nicht. Er darf deshalb erst viel später in der Zutatenliste aufgeführt werden. Neben Glukose können auch *Dextrose, Laktose, Fruktose, Maltodextrin* oder *Molkenerzeugnisse* zum Süßen verwendet werden. Auf diese Weise kann auf der Zutatenliste „Zucker“ durch verschiedene Zuckerarten (teilweise) ersetzt werden und jede dieser Komponenten kann weiter hinten auf der Zutatenliste erscheinen.
__Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe gehören zu den Zusatzstoffen. Sie stehen in der Regel ganz am Ende der Zutatenliste. Erkennbar sind sie an ihrem chemischen Namen oder an den E-Nummern.__
### Health Claims – Was steckt wirklich drin? Es wichtig, die „Sprache der Etiketten“ zu verstehen. Dazu gehören auch die sogenannten „Health Claims“. Es handelt sich hierbei um nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, die zwar freiwillig von den Herstellern auf die Produktverpackungen gedruckt werden können, aber über eine EU-Verordnung geregelt sind. Damit soll verhindert werden, dass die Angaben den tatsächlichen Nährstoffgehalt eines Lebensmittels verschleiern. Zu den „Health Claims“ gehören zum Beispiel Angaben wie „reich an Vitamin C“, „reduzierter Fettanteil“ oder „stärkt die Abwehrkräfte des Körpers“. Im Fall der nährwertbezogenen Begriffe dürfen sie aber nur dann verwendet werden, wenn das Lebensmittel einem bestimmten Profil entspricht. Aber was genau verbirgt sich dahinter? Im Folgenden finden Sie Definitionen dieser wichtigsten „Health Claims“: - „Zuckerfrei“: maximal 0,5 Gramm Zucker (Mono- oder Disaccharide) pro 100 Gramm bzw. 100 Milliliter - „Zuckerarm“: maximal 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm bei festen Lebensmitteln; maximal 2,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter bei flüssigen Lebensmitteln - „Ohne Zuckerzusatz“: kein Zusatz von Mono- oder Disacchariden oder von anderen Lebensmitteln mit süßender Wirkung; gegebenenfalls mit dem Hinweis „enthält von Natur aus Zucker“ - „Reduzierter …-Anteil“: mindestens um 30 Prozent reduzierter Anteil des erwähnten Makronährstoffs gegenüber vergleichbaren Produkten; bei Mikronährstoffen 10 Prozent Reduktion; bei Salz (Natrium) 25 Prozent Reduktion - „Leicht“/„light“: gleiche Bedingungen wie bei „reduzierter …-Anteil“ - „Energiearm“: maximal 40 Kilokalorien pro 100 Gramm bei festen Lebensmitteln; maximal 20 Kilokalorien pro 100 Milliliter bei flüssigen Lebensmitteln - „Energiereduziert“: Brennwert um mindestens 30 Prozent reduziert gegenüber vergleichbaren Produkten sowie Eigenschaften aufweisend, die zur Energiereduktion führen - „Energiefrei“: maximal 4 Kilokalorien pro 100 Gramm oder 100 Milliliter - „Fettarm“: maximal 3 Gramm Fett pro 100 Gramm bei festen Lebensmitteln; maximal 1,5 Gramm pro 100 Milliliter bei flüssigen Lebensmitteln (Ausnahme Milch: maximal 1,8 Gramm pro 100 Milliliter) - „Fettfrei“: maximal 0,5 Gramm Fett pro 100 Gramm oder 100 Milliliter
Quellen
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Allgemeine Kennzeichnungsvorschriften (2019). URL: https://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/VerpflichtendeKennzeichnung/Allgemeine_Kennzeichnungsvorschriften/_Texte/DieWichtigstenVorgabenLMIV.html#doc431912bodyText3 (Stand 09.09.2019) Verbraucherzentrale. Lebensmittelklarheit. Angabe „ohne Zuckerzusatz“. URL: https://www.lebensmittelklarheit.de/forum/angabe-ohne-zuckerzusatz-sind-suessungsmittel-wie-suessstoff-erlaubt (Stand 10.09.2019) Verbraucherzentrale. Nährwertkennzeichnung: „Kohlenhydrate, davon Zucker“. URL: https://www.lebensmittelklarheit.de/forum/naehrwertkennzeichnung-kohlenhydrate-davon-zucker (Stand 10.09.2019)
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